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#20: Mein Kopf platzt bald!

Ich habe Angst.

Dieser Satz schießt mir noch im Bett als Anfang für den heutigen Freiheitsbrief in den Kopf.

Jeden Tag wache ich auf und mein Gehirn ist bereits auf der Überholspur. Die Gedanken rasen vorbei an den Dingen, die ich heute, diese Woche, diesen Monat, dieses Jahr tun muss.

Das meiste zwinge ich mir selbst auf. Ich muss, weil ich will: vorbauen für die Zukunft, die ich leben will. Über das Freiheits-Paradoxon schrieb ich ja bereits.

Nicht immer fühlt sich das richtig an. Darin liegt ein Teil der Angst. Ich bin zu vernünftig – nein, indoktriniert!, um hier und jetzt alles abzuwerfen, was mich nicht glücklich macht, um mich voll und ganz meinen Träumen zu widmen. Gleichzeitig weiß ich, dass die meisten Menschen an ihrem Lebensende nicht das bereuen, was sie getan, sondern das, was sie nicht getan haben.

Mein größter Wert ist Freiheit und mein Kopf ist voll mit Aufgaben, Verpflichtungen und Abhängigkeiten. Das passt doch nicht zusammen!

Du bist nicht gestresst, weil du zu viel tust. Du bist gestresst, weil du zu wenig von dem tust, wobei du dich am lebendigsten fühlst.

Meine Morgenroutine bringt mich zurück in meine Mitte: Breathwork, Wasser trinken, dehnen, Affirmationen, Supplemente. Dann gehe ich raus. Ob Sonne, Wind, Regen oder Schnee: Ich laufe.

Das Tageslicht gibt meiner inneren Uhr einen wichtigen Impuls, stellt sie jeden Tag neu. Bewegung beruhigt meinen rasenden Kopf und die Gedanken beginnen, sich zu ordnen.

Raus aus der Angst, rein in Lösungen.

Die Angst hat eine wichtige Funktion. Sie macht dich auf eine Gefahr aufmerksam, aktiviert Körper und Geist für Kampf oder Flucht. Doch ab diesem Moment steht sie dir nur noch im Weg.

Nach meiner Morgenroutine kann ich meine Energie sinnvoll kanalisieren und in die Bewältigung meiner größten Aufgabe stecken. Seit Anfang des Jahres bin ich damit beschäftigt, Altes abzuschließen und loszulassen.

Letzte Woche habe ich bereits darüber geschrieben. Ich halte an zu vielem fest: Ausrüstung für Hobbies, denen ich nicht mehr nachgehe; Ideen für Blogbeiträge, die ich gar nicht mehr schreiben will; acht Jahre alte Fotos, bei denen ich die Bearbeitung noch nicht perfekt finde.

Seit ich digital im Rohdatenformat RAW fotografiere besteht der größte Teil meiner Arbeit nicht in der Wahl des Motivs und der richtigen Belichtung, sondern in der Nachbearbeitung am Computer. Ein Foto entwickle ich so, dass es die Geschichte erzählt, die ich mit meinen Augen gesehen und mit meinem Herzen gefühlt habe. Manchmal geht das sehr schnell, manchmal braucht es räumlichen und zeitlichen Abstand.

Weil es eine meiner größten Schwächen ist, etwas anzufangen und nicht zu Ende zu bringen, hat sich mittlerweile ein Katalog von über 18.000 Fotos angesammelt – unfertig, wohlgemerkt!

Alles, was du tust, beansprucht einen Teil deiner mentalen Bandweite: jede Notiz, die du nochmal ansehen willst; jedes gespeicherte Rezept, das du kochen willst; jedes Buch, das du lesen willst; jede unbezahlte Rechnung und jede unbearbeitete E-Mail.

Sie alle benötigen zu jeder Zeit einen Teil deiner Aufmerksamkeit, auch wenn du nicht bewusst an sie denkst. Bringst du sie nicht zum Abschluss, bleiben sie für immer deinem Kopf hängen – bis du irgendwann mit den einfachsten Dingen überfordert bist.

Vor allem die Aufgaben in den unendlichen Weiten des digitalen Raums finde ich tückisch. Du siehst sie nicht und sie kosten dich unbemerkt die Energie und Aufmerksamkeit, die du in andere Dinge investieren willst.

Deshalb habe ich meine Dating-Apps gelöscht und beschlossen, drei Monate auf soziale Medien zu verzichten. Damit gewinne ich nicht nur unglaubliche zwei bis drei Stunden pro Tag, sondern hole mir die Kontrolle über große Teile meiner mentalen Bandweite zurück.

Die Grundregel des Ausmistens – Wegschmeißen hat immer Vorrang – gilt auch beim digitalen Frühlingsputz oder bei Aufgaben, die du schon seit Jahren vor dir herschiebst.

Wenn du den Kassensturz deiner Verbindlichkeiten kritisch betrachtest erschrickst du womöglich vor der Masse, an die du dich gebunden hast. Hab keine Angst! Mit dem richtigen Mindset und den richtigen Werkzeugen findest du den Weg in die Freiheit.

Ich helfe dir gerne dabei!

#machdichfrei

Dein Ulrich

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